Es gibt Anlässe, bei denen Uhrmacherei mehr ist als Handwerk. Am 9. November 2026 versteigert Christie’s in Genf im Rahmen der Auktion Rare Watches ein Unikat von Maurice Lacroix: eine 1975 Master Grand Date Retrograde mit pinkfarbenen Akzenten. Der gesamte Erlös fliesst an die European Leukodystrophy Association (ELA) und damit in den Kampf gegen eine Gruppe seltener genetischer Erkrankungen des Nervensystems.
Warum Maurice Lacroix erstmals bei Watches for ELA mitmacht
Leukodystrophien treffen meist Kinder, und sie treffen eine ganze Familie. Die ELA bringt betroffene Familien zusammen und finanziert Forschung. Rund zwanzig Uhrenmarken engagieren sich bei Watches for ELA für diese Sache. Maurice Lacroix ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei und bringt das ein, was die Manufaktur in den Freibergen am besten kann: ihre Uhrmacherkunst.
Prominente Unterstützung hat die Initiative ebenfalls. Zinédine Zidane ist seit 2000 Botschafter der ELA und stellt für die Auktion seine allererste Uhr zur Verfügung.
© Maurice Lacroix — Saphirzifferblatt mit pinker Minuterie, Grossdatum bei 12 Uhr und retrograder Tagesanzeige bei 6 Uhr
Pink als Signatur, nicht als Dekoration
Für das Unikat hat Maurice Lacroix eine der anspruchsvollsten eigenen Kreationen neu interpretiert: die 1975 Master Grand Date Retrograde. Sie vereint zwei Komplikationen, die für die Maison stehen – ein Grossdatum bei 12 Uhr und eine retrograde Tagesanzeige bei 6 Uhr.
Das Besondere an dieser Version ist, wie zurückhaltend das Pink eingesetzt wird. Es markiert genau die Stellen, auf die es ankommt: die Minuterie auf dem Saphirzifferblatt und den retrograden Tageszeiger. Darunter bleibt die mechanische Architektur sichtbar – Brücken, Räderwerk und die Scheiben der Grossdatum-Anzeige. Der Kontrast zwischen dem kühlen Rhodium des Werks und dem warmen Pink ist der eigentliche gestalterische Kniff dieses Zeitmessers.
© Maurice Lacroix — Detail des Saphirzifferblatts mit pinkfarbenem Druck und retrogradem Zeiger
Das Kaliber ML302 von beiden Seiten
Angetrieben wird die Uhr vom automatischen Manufakturkaliber ML302, dem 26. Masterpiece-Kaliber aus eigener Entwicklung. Weil das Zifferblatt aus Saphir besteht und der Gehäuseboden offen ist, lässt sich das Werk von vorn wie von hinten betrachten – und beide Seiten sind entsprechend veredelt.
Zifferblattseitig sorgt eine schwarz rhodinierte, sandgestrahlte Frontplatine mit Traits-tirés-Finissierung auf den Brücken für Tiefe. Auf der Rotorseite finden sich Perlage, Brücken mit Colimaçon-Dekor und ein skelettierter Rotor mit vertikalen Genfer Streifen. Auf den Saphirglasboden ist das ELA-Logo in Pink gedruckt – das Detail, das dieses Einzelstück unverwechselbar macht.
© Maurice Lacroix — Saphirglasboden mit pinkfarbenem ELA-Logo und Blick auf das Kaliber ML302
Gehäuse, Zeiger und Armband
Das Edelstahlgehäuse misst 42 Millimeter bei 12,75 Millimetern Höhe und kombiniert gebürstete mit polierten Flächen. Ein grosses Box-Saphirglas verstärkt die Tiefenwirkung. Zwei Korrektoren bedienen Datum und retrograde Tagesanzeige, die Wasserdichtigkeit liegt bei 5 ATM.
Die facettierten trapezförmigen Stunden- und Minutenzeiger sind rhodiniert und mit weisser Super-LumiNova® belegt, die grün leuchtet. Der retrograde Zeiger ist pink und setzt damit den auffälligsten Akzent des Zifferblatts. Fortgeführt wird das Thema im schwarzen Lederarmband in Alligator-Optik, dessen Nähte ebenfalls pink sind. Über das Easychange-System lässt es sich ohne Werkzeug wechseln.
Die Eckdaten im Überblick
- Modell: 1975 Master Grand Date Retrograde, Unikat für ELA
- Referenz: 758008-S1S12-000-3
- Gehäuse: Edelstahl, 42 mm, Höhe 12,75 mm, 5 ATM
- Zifferblatt: transparenter Saphir mit exklusivem pinkfarbenem Druck, rhodinierter Rehaut
- Werk: Manufakturkaliber ML302, Automatik, 39 Lagersteine, 4 Hz
- Gangreserve: rund 38 Stunden
- Anzeigen: Stunden, Minuten, Sekunden, Grossdatum bei 12 Uhr, retrograder Wochentag bei 6 Uhr
- Armband: schwarzes Leder in Alligator-Optik, pinke Nähte, Doppelfaltschliesse, Easychange
- Auktion: Christie’s Rare Watches, Genf, 9. November 2026
Was bleibt
Charity-Uhren laufen Gefahr, zur Geste zu verkommen. Diese hier nicht: Maurice Lacroix hat nicht einfach ein bestehendes Modell umgefärbt, sondern das Pink in die Anzeigen, in den Druck und bis in die Nähte hinein als Signatur geführt. Dass es nur ein einziges Exemplar gibt, macht die Uhr für Sammler interessant – und für die Familien, die von Leukodystrophien betroffen sind, zählt am Ende, was am 9. November in Genf dafür geboten wird.