Die Art Basel gilt als Olymp des internationalen Kunstmarkts – und 2025 verspricht ein Jahrgang der Superlative zu werden. Sammler, Kuratoren und Kulturliebhaber blicken gespannt auf die Entwicklungen, die den Markt nachhaltig prägen werden. Wir enthüllen, welche Strömungen Sie kennen sollten.
Die Renaissance der figurativen Malerei
Nach Jahren der konzeptuellen Dominanz erlebt die figurative Malerei ein eindrucksvolles Comeback. Galerien wie Hauser & Wirth und David Zwirner setzen verstärkt auf Künstlerinnen und Künstler, die das klassische Handwerk mit zeitgenössischen Narrativen verbinden. Namen wie Salman Toor und Christina Quarles erzielen Rekordpreise. Für Sammler bedeutet dies: Wer jetzt in aufstrebende figurative Talente investiert, könnte langfristig profitieren. Die Sehnsucht nach dem Greifbaren, nach menschlicher Präsenz auf der Leinwand, spiegelt einen gesellschaftlichen Wunsch nach Authentizität wider. Kunsthistoriker sprechen bereits von einer «Post-Digital Sensibility», die das Physische wieder in den Mittelpunkt rückt.
Digitale Kunst reift zur Sammlerkategorie
Der NFT-Hype mag abgeklungen sein, doch digitale Kunst hat sich als seriöse Kategorie etabliert. Die Art Basel widmet generativer Kunst und immersiven Installationen erstmals einen eigenen Sektor. Künstler wie Refik Anadol verschmelzen Algorithmen mit ästhetischer Raffinesse. Renommierte Auktionshäuser wie Christie’s und Sotheby’s haben eigene Digital-Art-Departments gegründet. Für Sammler eröffnen sich neue Möglichkeiten der Präsentation – von hochauflösenden Displays bis hin zu holografischen Rahmen, die mittlerweile auf Amazon erhältlich sind. Die Grenze zwischen physischer und virtueller Sammlung verschwimmt zunehmend.
Nachhaltigkeit als kuratorisches Prinzip
Umweltbewusstsein durchdringt die Kunstwelt auf allen Ebenen. Galerien setzen auf CO₂-neutrale Transporte, Künstler arbeiten mit recycelten Materialien, und Sammler fragen gezielt nach der ökologischen Bilanz ihrer Akquisitionen. Die Art Basel selbst hat ihre Logistik grundlegend überarbeitet. Besonders gefragt sind Werke, die Nachhaltigkeit thematisieren, ohne plakativ zu wirken. Olafur Eliasson bleibt Vorreiter dieser Bewegung, doch eine neue Generation – darunter die Schweizer Künstlerin Claudia Comte – verbindet ökologisches Engagement mit formaler Eleganz. Der bewusste Sammler von heute investiert nicht nur in Ästhetik, sondern auch in Werte.
Afrikanische Kunst erobert den Mainstream
Der afrikanische Kontinent steht im Fokus wie nie zuvor. Galerien aus Lagos, Accra und Kapstadt sind prominent vertreten, während westliche Institutionen ihre Sammlungen diversifizieren. Künstler wie Amoako Boafo und Toyin Ojih Odutola erzielen Millionenpreise bei internationalen Auktionen. Die Zeeman Foundation und private Sammler im DACH-Raum bauen gezielt afrikanische Positionen auf. Diese Entwicklung ist mehr als ein Trend – sie korrigiert jahrzehntelange Unterrepräsentation. Für Neueinsteiger bietet sich die Chance, in einen dynamischen Markt zu investieren, der noch Entdeckungen ermöglicht. Die kommende Documenta wird diesen Fokus voraussichtlich verstärken.
Private Sales und diskrete Transaktionen
Der öffentliche Auktionsmarkt verliert gegenüber privaten Verkäufen an Bedeutung. Vermögende Sammler schätzen Diskretion, Verhandlungsspielraum und persönliche Beratung. Art Advisors spielen eine zentrale Rolle bei Transaktionen, die oft im zweistelligen Millionenbereich liegen. Basel selbst wird während der Messe zum diskreten Verhandlungsort – in Hotelsuiten und privaten Dinner-Settings. Wer die Kunstwoche in Basel erleben möchte, findet passende Hotels hier im Vergleich. Die besten Geschäfte werden abseits der Messehallen gemacht, in Gesprächen zwischen Sammlern, die einander seit Jahrzehnten kennen.
Erlebniskunst und immersive Formate
Die Grenzen zwischen Kunst, Performance und Erlebnis lösen sich auf. Immersive Ausstellungen ziehen ein breiteres Publikum an, während traditionelle Sammler skeptisch bleiben. Doch selbst etablierte Künstler experimentieren mit räumlichen Installationen. Teamlab aus Japan und Random International setzen Massstäbe für begehbare Kunstwerke. Basel bietet während der Messe zahlreiche solcher Erfahrungen – von Klanginstallationen bis hin zu partizipativen Projekten. Aktivitäten und exklusive Führungen lassen sich bequem vorab buchen, um die Highlights nicht zu verpassen. Die Frage bleibt, ob Erlebniskunst Sammlerwert entwickelt oder flüchtiges Spektakel bleibt.
Fazit: Kunst als Spiegel unserer Zeit
Die Kunstwelt 2025 reflektiert gesellschaftliche Sehnsüchte: nach Authentizität, Nachhaltigkeit und globaler Perspektive. Für Sammler bedeutet dies, über den eigenen Horizont hinauszublicken und etablierte Kategorien zu hinterfragen. Die Art Basel bleibt der Kompass für diese Entwicklungen. Planen Sie Ihren Besuch im Juni, tauschen Sie sich mit Experten aus, und lassen Sie sich von der Vielfalt zeitgenössischer Positionen inspirieren. Die bedeutendsten Sammlungen entstehen durch Neugier – nicht durch Kalkül.